Autor: Steffi Boddenberg (Seite 1 von 1)

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Ein Tag voller lachender Gesichter

Pressebericht vom 27.07.2022 Nadine Wenigmann, die Ahrche e.V.

Ein Tag voller lachender Gesichter

„Gigantisch“ ist wohl die treffendste Bezeichnung für das Fest, welches Ende Juli im Kaiserin-Auguste-Victoria-Park, in Bad Neuenahr gefeiert wurde. Abgesehen von dem ohnehin schon großen Areal des Spielplatzes, war auch um den Spielplatz herum und im gesamten Rosengarten Spielspaß für mehrere tausend Besucher geboten.

Die Eröffnung des nach der Flut komplett zerstörten Teiles vom „Piratenspielplatz“ begann traditionell mit dem durchschneiden eines roten Bandes. Dann stürmten die Kinder drauf los. Ein Jahr hat es gedauert, bis dieser „nicht nur wieder aufgebaut, sondern neu aufgebaut“ worden ist, so Peter Diewald, erster Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Er bietet mit einem tollen neuen Piratenschiff und vielen weiteren neuen Spielgeräten nicht nur Spielspaß für Freibeuter, auch erste inklusionsgerechte Spielgeräte konnten umgesetzt werden – weitere sind geplant.

Zusammen mit duzenden freiwilligen Helferinnen und Helfern und der Unterstützung der Stadt hat der Verein die Ahrche e.V. diesen Tag ganz groß aufgefahren. „Uns ist es bei jedem Projekt wichtig, etwas Einzigartiges zu schaffen, dass man sieht, dass in all dem Leid was wir erfahren mussten auch etwas Großartiges entstehen kann, so können wir schon den kleinsten mitgeben nach vorne zu blicken“, erzählt Nadine Wenigmann, Projektleiterin für Kinder und Jugendliche des Vereins.

„Der Tag hat dazu beigetragen, dass Familien stundenlang unbeschwert und sorglos das Leben genießen konnten, jeder der vor Ort war hat diese Stimmung gespürt und genau solche Tage brauchen wir hier“, berichtet Jürgen Hoffmann, Projektleiter der Ahrche e.V. abschließend.

Skatepark Bad Neuenahr mit Workshops von Titus

Bauträger: Die AHRche e.V.

Projektleiter: Jürgen Hoffmann, Nadine Wenigmann, Peter Ropertz

Spendenziel: 775.000,00€ – SPENDENZIEL WURDE ERREICHT

Plan Fertigstellung: 06/2023

Bei dem Skatepark handelt es sich um ein langjähriges Herzensprojekt bei vielen Skatern im Ahrtal.

Der Bau der Anlage sollte ursprünglich als Teil eines großen Skate- und Jugendparks im Rahmen der Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler erfolgen. Für die Erstellung sollten dem Träger, der Landesgartenschau gGmbH Landesmittel zur Verfügung gestellt werden. Durch die Flutkatastrophe am 14.07.2021 und deren Folgen war dieses Projekt jedoch nicht mehr umsetzbar, da die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler die Landesgartenschau folgerichtig absagte. Mittel für den Bau waren nie geflossen und da mit der Baumaßnahme nicht begonnen wurde können keine Gelder aus dem Wiederaufbaufonds beantragt werden. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler kann den Bau des Skate- und Jugendpark selber nicht mehr finanzieren, da aufgrund der Flutkatastrophe Gewerbesteuereinnahmen in den Folgejahren massiv einbrechen. Zudem muß die Stadt im Rahmen des Wiederaufbaus viele neue Stellen schaffen, was insgesamt keinen Spielraum mehr für die Finanzierung von Aufbauprojekten wie den Skatepark zulässt.

Wir finden das sehr schade, aber wir haben natürlich vollstes Verständnis dafür, dass die Wiederherstellung der Infrastruktur oberste Priorität hat. Doch sollte man nicht vergessen, dass gerade die Kinder und Jugendlichen schon während der CoV19-Pandemie durch Fernunterricht und Beschränkung der sozialen Kontakte sehr gelitten haben und zu den stillen Verlierern unserer Gesellschaft gehören.  Nun hat die Flutkatastrophe das Leid noch vergrößert, denn Ihnen wurden nun sämtliche Sport- und Freizeitmöglichkeiten genommen. Frustration und Perspektivlosigkeit, gerade unter den Jugendlichen sind sehr ernst zu nehmen. Schulische Leistungen lassen nach und es droht ein Abdriften in Alkohol- und Tabakgenuss. Der psychologische Beratungsbedarf dieser stark benachteiligten Bevölkerungsgruppe hat im Sommer 2022 stark zugenommen.

Wir haben im März 2022 mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler das Vorhaben für den Bau des Skateparks diskutiert und haben es für möglich gehalten, dieses tolle und wertvolle Projekt aus zweckgebundenen Spenden zu finanzieren. Wir konnten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung von dem Projekt überzeugen und haben die Genehmigung erhalten, den Skatepark an der ursprünglich geplanten Stelle, zwischen Apollinarisstadion und Berufsschule in Bad Neuenahr zu errichten.

Das Grundstück gehört der Satdt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Skatepark geht nach Fertigstellung mit allen Rechten und Pflichten auf die Stadt über. Für die spätere Nutzung bleibt die Anlage frei zugänglich und es werden keine Eintrittsgelder oder Nutzungsgebühren erhoben.

Wir sehen gerade den Skatepark als perfekte Möglichkeit, die Kinder und Jugendlichen im Alter von 11-18 Jahren wieder in Schwung zu bringen, um alleine schon dem coronabedingten Bewegungsmangel entgegenwirken zu können. Ohnehin fehlte es bereits vor der Flutkatastrophe im Ahrtal an Möglichkeiten für Jugendliche, sich sportlich entfalten zu können, denn nicht jeder ist affin für Ballsport oder Leichtathletik. Der Skatepark wird dabei so gebaut werden, dass er nicht nur von Skateboardern, sondern auch mit Inlineskates, Rollschuhen, Scooter, BMX und Wheelchair WCMX befahren werden kann. Wir sprechen damit mehrere Rollsportarten an und möchten somit einen möglichst großen Kreis von Kindern und Jugendlichen wieder aus den Wohnzimmern, weg von Spielkonsole, Netflix und Co., holen. Während die Sportarten Skateboard und BMX eher von Jungs betrieben werden, sind es häufiger Mädchen, die Inlineskates fahren oder Rollschuh laufen. Somit können wir davon ausgehen, dass der Skatepark sowohl von Jungs, als auch von Mädchen genutzt wird. Das ist für uns sehr wichtig, da es dazu beitragen wird, dass sich an und auf der  Anlage ein völlig neues Gemeinschaftsgefühl entwickeln wird.

Uns ist es auch wichtig, dass der Skatepark nicht nur von anspruchsvollen Rollensportlern genutzt werden kann, sondern auch von Anfängern, als auch von körperlich beeinträchtigen Menschen. Dazu wird die Anlage so gebaut, dass der Skatepark mit einem normalen Rollstuhl befahren werden kann. Ein Aktivrollstuhl ist somit nicht erforderlich.

Die Frage stellt sich natürlich nun, wie wir das Vorhaben umsetzen. Wir haben dazu mit Ralf Maier (Betonlandschaften) einen auf den Bau von Skateparks spezialisierten Architekten im Boot.

Wir haben uns für diesen sehr erfahrenen Architekten entschieden, da es bei dem Bau einige wichtige Details zu beachten gibt. Das Skateparkgelände ist wunderschön gelegen, aber auch in der Nähe zur Ahr. Daher müssen wir beim Bau auf Retentionsflächen achten. Zudem spielen bei der Bebauung gelbe und rote Zonen eine wichtige Rolle, die wir auch beachten müssen. Daher ist eine enge und offene Kommunikation mit den entsprechenden Behörden sehr wichtig für die Umsetzung des Projektes. Ralf Maier wird das Bauantragsverfahren durchführen, Vergleichsangebote von Baufirmen anfordern und auch die Bauphasen bis zur Fertigstellung überwachen. Der Skatepark wird mit einer Fläche von 1200m² gebaut, da wir eine möglichst große Fläche für eine Vielzahl von unterschiedlichen Nutzern für wichtig halten, vorallem auch im Hinblick darauf, dass die Kinder und Jugendlichen hier ohne Gefahr durch den Straßenverkehr toben und ausprobieren können. Das bereits erreichte Spendenziel für den Skatepark beträgt 775.000,00€. Zusätzlich entstehen Baugenehmigungskosten und es entstehen ggf. höhere Kosten für den Kanalanschluß. Dank eines Großspenders sind diese noch nicht kalkulierbaren Kosten durch weiteres Spendengeld auf Abruf gesichert. Im nächsten Schritt erfolgt die Beauftragung von Architekt Ralf Meier mit der Erstellung der Baupläne und Einreichung des Bauantrages. Witterungsabhängig könnte mit dem Bau in 2022 begonnen werden. Wir rechnen jedoch eher mit einem Baustart im Frühjahr 2023 und Fertigstellung im Juni 2023.

Das Projekt wird im ersten Jahr durch skate-aid, der gemeinnützigen Organisation von Skateboardpionier Titus Dittmann, mit pädagogisch begleiteten Workshops für Kinder und Jugendliche unterstützt.

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Titus für unser Projekt gewinnen konnten. Er ist in der ganzen Skateboardszene bekannt und nicht nur wegen seiner weltweit tollen Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Ein absoluter Mehrwert für unser Projekt. Wir haben zudem die städtische offene Kinder und Jugendarbeit (OKUJA) mit skate-aid vernetzt. Ziel ist, dass die OKUJA die wertvolle Arbeit von skate-aid nach dem ersten Jahr fortführt, sodass die Workshops dort ein fester Bestandteil der Jugendarbeit werden. Zudem hat auch die erste Schule bereits ihr Interesse bekundet, den Skatepark für den Sportunterricht oder AGs zu nutzen.

Bei diesem Projekt handelt es sich zwar nicht um ein Vorhaben im Rahmen des Wiederaufbaus, aber um eine tolle Chance, unseren Kindern und Jugendlichen Mut und Zuversicht zu geben und zu zeigen, dass wir auch an sie denken und ihnen Perspektiven geben.

Wir als Projektleiter verwirklichen das Projekt ehrenamtlich. Auch das ist ein Zeichen an die Kinder und vorallem Jugendlichen, dass man auch im Ehrenamt sehr viel bewegen kann.

Wir freuen uns sehr, dass wieder so viele Spender uns das Vertrauen schenken und uns bei der Umsetzung dieses Leuchtturmprojektes „Skatepark Bad Neuenahr“ unterstützen.

Pressemitteilung

Die verlorenen Jahre- 

Von einer Pandemie zur Naturkatastrophe und dem sozialen Zusammenbruch

Seit über 2 Jahren wird unser Alltag von den Auswirkungen der Pandemie bestimmt. Weltweit beeinflussen die daraus entstehenden Maßnahmen unseren Alltag – woanders mehr, woanders weniger.

Im Ahrtal spielt die Pandemie seit dem 14./15. Juli 2021 nicht mehr die Hauptrolle, denn innerhalb nur weniger Stunden hat eine fürchterliche Katastrophe ungeahnten Ausmaßes die Menschen in einen Schockzustand versetzt, von dem sich viele Ahrtaler bis heute nicht erholt haben. Vieles was in Jahrzehnte langer Arbeit in diesem wunderschönen Tal geschaffen wurde, wurde innerhalb nur weniger Stunden zerstört; Häuser, Infrastruktur aber auch gesellschaftliches Leben und berufliche Existenzen. 

Besonders dramatisch jedoch ist der Tod von vielen Menschen und Tieren. Alles ist ersetzbar, außer das Leben.

Die Schäden sind heute noch vor Ort jeden Tag spürbar und werden uns noch viele Jahre begleiten. Denn knapp neun Monate später befindet sich die Bevölkerung erst am Anfang des Wiederaufbaus. Doch was bedeutet das eigentlich für die Kinder und Jugendlichen vor Ort? 

Prioritäten müssen gesetzt werden, weil es unmöglich ist die ganzen Schäden, die diese Nacht verursacht hat zeitgleich abzuarbeiten. Daher sind die Eigeninitiativen der Anwohner gefragt und nach wie vor die freiwilligen Helfer die aus ganz Deutschland kommen um uns beim Aufbau zu unterstützen. Leider beginnt langsam das, was alle Betroffenen seit Tag 1 der Flutkatastrophe befürchten. Wir verschwinden aus den Medien. Menschen die nicht vor Ort sind ahnen nicht, wie es im Flutgebiet aussieht. Die Kinder und Jugendlichen werden nach und nach in Containern oder Zelten unterrichtet und betreut und das alles neben kilometerlangen Gebilden der Zerstörung. Daher haben wir uns zusammengeschlossen und bauen eigeninitiativ Spielplätze wieder auf. Damit Familien entlastet werden können, indem sie ein oder zwei Orte der „heilen Welt“ haben. Die Kinder verlieren Jahre der Unbeschwertheit. Sie haben vieles erlebt, von dem wir uns wünschen, dass unsere eigenen Kinder sowas niemals sehen werden. Von dem wir wissen, dass wir es selbst nur schwer verarbeiten könnten.

Jetzt ist es an der Zeit auch einen Platz für Jugendliche zu schaffen. Einen Platz, der ihnen ein Stückweit Jugend zurückgibt. Das bedeutet wir benötigen weiterhin viele freiwillige Helfer und finanzielle Mittel. Titus Dittmann – die Skateboard-Legende aus den 80er und 90er Jahren hilft uns dabei hier einen Skatepark zu bauen. Mitten im Katastrophengebiet soll ein Park entstehen, der hilft das vergangene Jahr zu verarbeiten. Sowohl motorisch als auch psychologisch betrachtet hat es einen absoluten Mehrwert. Denn mit seiner Wohltätigkeitsorganisation „skate-aid“ wird er nach dem Bau des Skateparks professionelle Arbeiten mit den Jugendlichen zusammen leisten.

Bitte unterstützt uns, dass die Kinder und Jugendlichen im Ahrtal ein Leuchtturm-Projekt erleben. Ein Zeichen, dass sie nicht allein gelassen werden.

Spendenkonto ist:
Die AHRche e.V.
IBAN: De44 5776 1591 1728 0416 00
Betreff: Skatepark

Weitere Infos zu dem Projekt findet ihr auf unsere Homepage und den Socialmedia Kanälen
⁃ Homepage: www.die-ahrche.de

⁃ Facebook und Instagram unter unseren Namen: Nadine Wenigmann, Jürgen Hoffmann, Peter Ropertz
Kontaktiert uns gerne per Messenger auf den Kanälen oder per E-Mail: info@die-ahrche.de 
Wir danken euch von Herzen, denn jeder Euro zählt!